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Lesung im Freien Werkstatt Theater

Hier eine Kostprobe zur Lesung meiner Kurzgeschichte „M & J“.

Meine Eindrücke zu der besonderen FWT-Lesung „Worauf warten?“ findet ihr weiter unten. Die dort von Schauspielerin Fiona Metscher vorgetragene Kurzgeschichte könnt ihr hier nachlesen. Feedback ist wie immer herzlich willkommen 🙂

M & J

von Jannechie Groz

Mein Name ist Jürgen. Ich bin Alkoholiker, trocken seit Weihnachten letzten Jahres. Tot saufen wollte ich mich. Warum auch nicht? Alles hatte ich verloren: meinen Job, meine Frau, meine Träume, meinen Stolz. Es kam anders. Diese junge Dame brachte mir Hoffnung. Ihre Geschichte. Bitte, Mia … 

Hallo, was soll ich sagen? Ich heiße Mia. Weihnachten hasse ich! Das sind die verlogensten Tage des Jahres. Tage, an denen man alles falsch macht. An denen das Schlimmste geschieht. Wie in meiner Familie, jedes Jahr! Inzwischen lasse ich mich von denen nicht mehr drangsalieren. Letztes Jahr im Sommer bin ich ausgezogen. Meinen Eltern schien es egal zu sein. Sie waren mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Das sind sie heute noch. 

Weihnachten wollte ich mit meiner großen Liebe feiern. Seit einem Vierteljahr wohnten wir zusammen. Peer war acht Jahre älter als ich, studierte BWL und verdiente sein Geld mit Nebenjobs. Er sah wahnsinnig gut aus, war wahnsinnig charmant und wahnsinnig eifersüchtig. Für Letzteres gab es keinen Grund. Ich liebte ihn. 

Nach einer Party, Anfang Dezember, hätte er seinen besten Freund fast erwürgt. Angeblich hatte Kevin mir schöne Augen gemacht. 

Später, an Heiligabend wollte Peer mich verprügeln. Ich war sauer über das Chaos in der Küche. Als ich mich beschwerte, sah er rot. Er brüllte mich an und trat nach mir. Ich flüchtete, bevor er richtig loslegen konnte. Stundenlang irrte ich durch die Kölner City und beobachtete Passanten bei ihren Last-Minute-Einkäufen. Bei jedem Einzelnen überlegte ich, ob es ihm besser ging als mir, ob ihn daheim Frieden erwartete. 

Als die Läden schlossen, spazierte ich zum Rhein. Ich fror, trotz meiner roten Daunenjacke. Es regnete. Endlich fand ich ein geschütztes Plätzchen unter der Südbrücke.

Im Sitzen fühlte ich meine müden Knochen. Rückenschmerzen, die mir bis in 

die Beine zogen. War ich zu lange durch die Stadt gelaufen? Die Schmerzen kamen in Wellen. Ich fühlte mich krank, sehnte mich nach meinem Bett und einer WCrmf lasche. 

Mit Widerwillen dachte ich daran, nach Hause zu gehen. Da näherte sich ein Penner. Er sah aus, als hätte er sich gerade aus dem Rhein gerettet. Der Mann blieb stehen und starrte mich an. Kurz überlegte ich, ob ich flüchten sollte, doch er sah nicht bedrohlich aus. Er war kleiner, schmächtiger und älter als ich. Viel älter. 

Als ich ihm zunickte, lächelte er und reichte mir die Hand. Ein Penner mit Manieren, dachte ich. Mit Manieren und einem genauso freundlichen wie vor- sichtigen Blick. Er stellte sich als ‚Jürgen der Verlierer‘ vor. 

„Was macht so ’n junges Mädchen zur besten Bescherungszeit hier draußen?“, fragte er mit einer Stimme wie Joe Cocker. 

„Wo sollte ich sonst hin?“
Ich wollte nicht darüber reden. Oder doch? 

Dieser Mensch wäre die Chance, mich auszuheulen. Ein offenes Ohr, in das ich mein ganzes Elend schütten konnte. 

„Ich hasse Weihnachten!“ 

Der fragende Blick in seinen geröteten, kleinen Augen löste den Knoten in meiner Brust. Ich überschüttete ihn mit meinen Sorgen und Fragen. 

Warum streitet sich jeder an Weihnachten und pocht zugleich auf Frieden? Warum kaufen die Leute sich gegenseitig Geschenke, statt Liebe zu schenken? 

Warum? Warum? Warum? 

Anstelle von Antworten erntete ich ein Nicken. JÑrgen griff hinter den Brückenpfeiler – und hatte eine Flasche Rotwein in der Hand. 

„Wir versteh’n uns. Lass uns zusammen trinken!“ 

Rotwein, igitt! Doch ich wollte nett sein, nahm einen Schluck aus der Pulle und würgte ihn herunterIm Geiste gratulierte ich mir für diese Meisterleistung. Plötzlich ein Ziehen im Unterleib. Aus dem Ziehen wurde Schmerz. Als ob jemand mir die Beine aus den Hüftgelenken reißen wollte.
Jürgen beobachtete mich, die Augen weit aufgerissen. Alle Röte verschwand aus seinem Trinkergesicht. Er griff nach meinem Arm, ließ ihn wieder los, sprang auf, hockte sich neben mich. 

 „Hast ’n Handy? Soll ich ’nen Notarzt rufen?“
Der Schmerz ließ nach, so schnell wie er gekommen war.
„Ich habe kein Handy und ich brauche keinen Arzt.“
Kurz fragte ich mich, ob nicht Jürgen selbst einen Notarzt gebrauchen könnte.
Ich glühte und zog mir die Jacke aus.
Jürgen starrte auf meinen Bauch.
Ich fühlte mich ertappt.
Schon immer hatte ich eine Schwäche für Süßes. In den letzten Monaten war mein Heißhunger besonders groß gewesen. Alle Jeans waren mir zu eng geworden. 

„Sach mal, Mädchen, biste schwanger?“ 

Bevor ich antworten konnte, durchströmte mich eine weitere Schmerzwelle. Mein Körper übernahm die Regie. Ich musste aufstehen, mich an Jürgens Schulter abstützen, mich im Stehen krümmen, obwohl ich das nicht wollte. 

„Das sind jetzt keine Wehen, oder?“, hörte ich Jürgens Stimme.
Ich konnte nicht antworten.
Bis der Schmerz wieder verschwand.
Erschöpft setzte ich mich. Jürgens Augenbrauen bildeten Fragezeichen. Was sollte ich ihm erzählen? 

Dass ich nicht schwanger sein konnte, weil ich das nicht wollte? Dass ich zu jung war für ein Baby? Dass Peer kein guter Vater wäre? 

Jürgen würde es nicht verstehen, oder? 

„Ich … ich habe es … verdrängt! Jetzt … oh, nein … jetzt rächt es sich … oh, und wie …!“, erklärte ich ihm. Eine weitere Wehe durchwehte meinen Körper. 

„In der Nähe gibt’s ’nen ärztlichen Notdienst. Komm mit, Mädchen! Lass dir helfen, dem Kind zuliebe!“ 

Auf Jürgens Stirn bildeten sich Schweißperlen, trotz der Kälte. Er packte meinen Arm, versuchte mich mitzuziehen. 

Ich riss mich los, fauchte ihn an: „Lass mich! Ich darf jetzt kein Kind kriegen, mein Leben ist schon schlimm genug. Diese Hölle will ich niemandem antun, erst recht nicht einem Baby!“ 

„KOMM ENDLICH! Für Zweifel ist es zu spät!“, brüllte er mich an. „In der Kälte habt Ihr beide keine Chance!“ 

Ich zuckte zusammen, duckte mich. So würde es weniger weh tun, wenn er zuschlug.
„Nein!“, schrie ich, bestand nur noch aus Schmerz.
Mein Becken war kurz davor, auseinander zu brechen.
Die Wehe ließ wieder nach.
Jürgen hatte nicht zugeschlagen. Laut schluchzend kauerte er vor mir auf dem Boden, das Gesicht in seiner Jacke vergraben. Er zitterte am ganzen Körper. „Wenn du wüsstest, wie sehr Monika und ich uns ’n Kind gewünscht haben! Alles hätten wir getan, um ’n Kind großziehen zu dürfen. Es war uns nicht gegönnt. Unsre Ehe ist dran zerbrochen. Alles dran zerbrochen. Nun soll ich ansehen, wie du auf Hilfe verzichtest? Niemals!“
Jürgen sprang auf, rannte in den Regen und rief – nein brüllte – um Hilfe. Ich wollte ihn aufhalten, schaffte es aber nicht. Bei meinem Versuch, aufzustehen, sackten mir die Beine weg. 

Im Krankenhaus kam ich zu mir. Jürgen hielt meine Hand, drückte sie ganz fest. Mit der anderen Hand streichelte er das Baby auf meinem Bauch. Mein Baby! 

„Einen Jungen hast du geboren. Alles dran, kerngesund“, flüsterte er.
„Darf ich ihn Jürgen nennen?“
„Nur, wenn ich Euch unterstützen darf. Dank Euch hat mein Leben wieder einen Sinn.“ 

Heute ist Jürgen weder Penner noch Trinker. Für mich ist er ein Vater, wie ich ihn mir immer gewünscht habe, für meinen Sohn der Beste aller Großväter. 

Dein Name ist Jürgen. Du bist Alkoholiker, trocken seit Weihnachten letzten Jahres. Ich danke dir dafür!

P. S. von Jannechie: Ich liebe Feedback, egal welcher Art 🙂

Zur LESUNG im FWT: Toll, die Idee dieser Veranstaltung. Alle Kölner*innen durften beim FWT ihre Texte einreichen, konnten die zugesandten Texte auf der Bühne vorlesen oder professionell vorlesen lassen. Toll, die Vielfalt der Texte, die Vielfalt der Vorlesenden. Toll, dass Online-Teilnahme möglich war. Jeder und jede hatte Gründe, warum „in echt dabei“ grad nicht möglich war. Beim Zuschauen wurde mir klar, nächstes Mal bin ich in persona da. Zu viele Online-Besucher*innen hatten ihre Kameras aus. Was mir online fehlte, waren die Pausen im Foyer, die Stimmung vor Ort, der Austausch über die Texte. Trotzdem toll, wieviel auch online rüberkam. Und was für ein Genuss, die eigene Kurzgeschichte von Fiona Metscher vorgelesen zu bekommen – Gänsehaut!

Kronleuchter im Waisenhaus

Bild-Quelle: https://pixabay.com/de/vectors/erster-advent-adventkranz-1895769/

WISSEN: Im ersten Adventskranz vor über 170 Jahren brannten an Heiligabend 28 statt nur vier Kerzen. Sein Erfinder, Theologe Johann Hinrich Wichern, befestigte 24 kleine rote und vier große weiße Kerzen auf einem riesigen Wagenrad, um den Waisenkindern im Hamburger „Rauhen Haus die Zeit bis Weihnachten festlich zu verkürzen.

Wie ein Kronleuchter hing das Rad im Advent an der Decke. Später wurde das Rad zusätzlich mit Tannenzweigen verziert. Mit Weihnachtsliedern und –geschichten durften die Heimkinder an jedem Dezember-Abend eine weitere rote Kerze anzünden, adventssonntags zusätzlich eine weiße. Begeistert verbreitete der Theologe seine Idee des Adventskranzes, der den Menschen in der Vorweihnachtszeit Hoffnung gab und immer noch gibt. Immer mehr Gemeinden und  Familien übernahmen den Brauch. Da auf kleinere Räder oder Kränze weniger Kerzen passen, blieben auf hiesigen Adventskränzen nur die vier Sonntagskerzen. Bis zu 28 Kerzen brennen weiterhin Jahr für Jahr auf den Kränzen im Hamburger Rauhen Haus.

(Adventskranz-Foto/-Image: Pixabay)

Elfter September Zweitausendeins

Sende mir gerne deine persönliche Nine-Eleven-Geschichte. Wenn’s passt, veröffentliche ich sie als Gastbeitrag in diesem Blog. Alle wissen, was damals in den USA passierte. Weißt du noch, was sich am 11.09.2001 in deinem Leben ereignete? Hier meine Erinnerungen an einen Tag, der weltweit Vieles änderte:  

Foto: Pixabay

RÜCKBLICK. Arbeit stapelte sich auf unseren Schreibtischen. Frau Janus hatte ‚Wichtigeres‘ zu tun: Mit lauten Kommentaren ließ sie alle daran teilhaben, wie sie im Internet irgendwelche News-Seiten aufrief. Während der Arbeitszeit ist es uns nicht erlaubt im Internet zu surfen, das galt auch für Frau Janus. Miese Arbeitseinstellung, dachte ich. Aber sie konnte es sich erlauben, schließlich war sie zwanzig Jahre länger in dieser Firma angestellt und meine Vorgesetzte. „Da ist was Schlimmes passiert in den USA! Ich kann es kaum aufrufen, die Server sind überlastet …“Als ob wir dafür bezahlt würden.

„Da, ich hab was!“ Ich stellte mich neben sie, betrachtete ihren Bildschirm und heuchelte Interesse. Wie in Zeitlupe baute sich das Bild auf. Zwei Türme vor strahlend blauem Himmel. Das World-Trade-Center, das ich im Jahr zuvor während einer Reise in die USA besichtigt hatte. Einer der beiden Türme qualmte im oberen Drittel. Menschen, klein wie Ameisen, versammelten sich auf dem Dach und hüpften hinunter. Wie Insekten. Die meisten Insekten können fliegen – Ameisen normalerweise nicht, Menschen auch nicht. Unmöglich, weltweit lassen die Menschen sich von dieser Computeranimation manipulieren! Das sagte ich nicht, sondern tat betroffen. Vor allem, als ein silbrig glänzendes Flugzeug den Sommerhimmel im Bild durchquerte, sich dem zweiten Turm näherte und ihn durchbohrte. Das konnte und durfte nicht echt sein, niemals! „Wir machen Schluss für heute. Wer weiß, was gleich noch alles passiert.“

Warum sollte ich weiterarbeiten, während meine Chefin diese reißerischen Bilder als Vorwand für einen vorzeitigen Büroschluss nutzte? Auf dem Heimweg hatte ich Mühe, mich auf den Verkehr zu konzentrieren. Andauernd sah ich diese brennenden Türme vor mir, diese herabstürzenden Ameisenmenschen. Ich zitterte. Meine Finger rutschten fast vom Lenkrad. Ich wollte nur noch nach Hause, mich in Micks Arm kuscheln, mich von ihm trösten und beruhigen lassen.

Mick war nicht da. Das war noch nie vorgekommen, dass ich vor ihm von der Arbeit zurück war. An seiner Statt empfing mich das Chaos. Über den Boden verstreut lagen Schuhe, Kleidungsstücke, Kaffeetassen, Bücher, Papierberge. Niemand hatte bei uns eingebrochen, niemand hatte bei uns aufgeräumt. Ich hasse Unordnung! An diesem Tag suchte ich nur nach der Fernbedienung, setzte mich zwischen die häuslichen Müllberge und starrte auf den Fernseher. Alle Programme zeigten die brennenden Türme, nun aus den unterschiedlichsten Perspektiven. Echte Menschen rannten um ihr Leben, als ein Turm nach dem anderen wie ein Kartenhaus einstürzte. Ich konnte nicht denken, mich nicht bewegen. Mit offenem Mund und starrem Blick empfing ich meinen Schatz, als er endlich heimkam. Inzwischen war es draußen dunkel geworden. Mick holte uns aus der Küche ein Bier und setzte sich zu mir. Er tröstete mich, ich tröstete ihn. Der Fernseher störte. Ich schaltete ihn aus. Wir redeten die ganze Nacht durch über die Ereignisse, über unser Leben und unsere Welt, die nie mehr so sein würde, wie sie mal war.

Einen Monat später heirateten wir.

Schreib-Trick Reframing

Unerwartete Wendungen tun jedem Krimi gut. Auch Kurzgeschichten und Witze brauchen ein „Wende-Ende“, damit sie nachwirken. Wie man so eine Wende gut hinbekommt? Mit „Reframing“, probier’s aus! 

Die psychologische Methode des Reframings hilft auch beim kreativen und autobiografischen Schreiben, vor allem beim freien Schreiben auf Morgen- und Abendseiten. Es tut gut, sich Ärger und Verzweiflung von der Seele zu schreiben. Jedoch lauert immer die Gefahr, sich tiefer in den Frust hineinzuschreiben. Aus eigener Erfahrung weiß ich: Dagegen hilft Reframing. 

Wörtlich übersetzt bedeutet das englische Reframing neu einrahmen, einem Bild einen neuen Rahmen verpassen. Kreativ schreibend können wir jede Gegebenheit, Situation, Handlung, jede Figur und ihr Verhalten neu einrahmen oder reframen.

Im neuen Rahmen – dem anderem Blickwinkel, anderen Kontext und auch mit anderem Fokus – wirkt sie plötzlich anders, bekommt eine andere Bedeutung, einen neuen Sinn.

Folgende chinesische Legende über einen reichen Bauern zeigt das vorbildlich: Der Bauer galt als reich, da alle im Dorf ihn um sein Pferd beneideten. Als es davonlief, bemitleideten sie ihn. Der Bauer sagte: „Wer weiß?!“ Später kehrte das Pferd mit einem Wildpferd zurück. Alle staunten. Der Bauer: „Wer weiß?!“ Beim Versuch, das Wildpferd zu reiten, stürzte der Sohn des Bauern und brach sich ein Bein. Alle bedauerten ihn. Der Vater: „Wer weiß?!“ Kurz darauf kamen Offiziere ins Dorf, um Jungs zur Armee einzuziehen. Den mit dem Beinbruch wollten sie nicht. Alle beklatschten das Glück des Bauernsohnes. Sein Vater: „Wer weiß?!“ 

Reframing-Arten lassen sich nach dem gewählten Rahmen unterscheiden.

Beim Passiv-aktiv-Reframing tritt eine Figur oder Ich-Erzähler*in aus der passiven Opferrolle heraus und übernimmt Verantwortung. Beispielsweise schimpft der überforderte Teenager plötzlich nicht mehr über die Schule, sondern sagt der Prokatination den Kampf an. 

Per Negativ-positiv-Reframing oder auch Inhalts-Reframing zeigt die Autor*in ein nerviges Verhalten oder eine bedrohliche Situation vor dem Wenden durch die schwarze, danach durch die rosarote Brille. So wird aus der kontrollierenden Mutter eine liebe Glucke, die ihr Kind beschützen möchte. Die zögerliche Figur sieht im anderen Rahmen die Chance, etwas Neues auszuprobieren. Aus „streng“ kann „besorgt“, aus „bestimmend“ kann „entscheidungsfreudig und aus „zögerlich“ kann „vorsichtig“ werden.

Über das Kontext-Reframing – durch Situations- oder Perspektivwechsel – kann die zögerliche Art der Figur ebendiese vor Gefahren bewahren. Wenn ich ein Bild oder eine Situation aus der Nähe betrachte, fallen mir andere Dinge auf als aus der Distanz. Aus einem anderen Blickwinkel, besonders im Rückblick, bekommt ein Problem einen (anderen) Sinn – wie im wahren Leben 😉 

Welches sind deine Lieblings-Wendungen in eigenen oder fremden Geschichten, Filmen, Romanen, Witzen und vielleicht auch im eigenen Leben? 

Visuelle Poesie

Auf der Suche nach „avantgardistischen“ Schreibimpulsen bin ich neulich auf Eugen Gomringer und die konkrete Poesie gestoßen.

Auf der Treppe sitzend, mit Notebook auf dem Schoß, habe ich Gomringer-inspiriert ein wenig herum probiert. Mal wollten die Buchstaben hoch hinaus, mal ging es mehr abwärts, immer voll im kreativen Flow.

Die entstandenen ‚Treppengedichte‘ sind zwar mehr Design als Dichtung, aber – wer weiß – vielleicht und hoffentlich inspirieren sie manche Leser*in zu neuen Texten und Kreationen …  

Schicke mir gerne deine Gedichte, Zeichnungen und/oder Geschichten assoziativ zu dieser Treppe. Alles, was gut passt, werde ich an dieser Stelle mit deinem Namen oder Initialen veröffentlichen 🙂

Muttertagsgedicht

Die Kerze auf dem Tisch

Flackert und brennt. Die Flamme 

hell und wohlgeformt,

lebendig wie du.

Ich seh deine Augen,

voll Hoffnung und Leid.

Gehofft hast du

auf deine Kinder.

Du liebtest Schönheit.

Durch meine Augen siehst du

die Tulpe im Garten,

das Spiel der Kinder.

Heut ist Muttertag, für dich:

Die Kerze auf dem Tisch.

Du bist bei mir, in mir,

nicht heute, immer!

(Text: Jo Francis, Foto: Pixabay)

10 Fragen an Oliver Buslau

Von erfolgreichen Profis lernen, wie es geht, wie man dranbleibt und mehr. Mit dieser Idee wandte ich mich an den Autor, Journalisten, Komponisten und Musikwissenschaftler Oliver Buslau

Als Gründer und bis 2016 Herausgeber des Magazins TextArt hat er Schreibinteressierte wie mich nachhaltig fürs kreative Schreiben begeistert. Beim Blättern und Lesen der TextArt spürte man Buslaus Schreibbegeisterung, die ihm weiterhin Erfolge beschert: 15 Buchveröffentlichungen (neben vielem Anderen), davon 11 Lokalkrimis mit dem Privatdetektiven Remigius Rott. Seinen neuesten Rott „Bergisches Roulette“ werde ich wohl wieder zu schnell ausgelesen haben. Seine Antworten auf meine 10 Fragen lese ich voraussichtlich mehrmals, denn da steckt so viel drin – überzeugt euch selbst …

1. Wer oder was hat dich zum Schreiben gebracht?
Wahrscheinlich war es mein Vater. Er war in meiner Kindheit Lokalreporter bei einer Tageszeitung. Ich fand es als Kind schön, wie er an der Schreibmaschine zu sitzen (Computer gab es noch nicht) und die kleinen Sachen, die ich zum Beispiel für die Schule geschrieben habe, zu tippen. Irgendwann habe ich dann auf diese Weise auch Eigenes zu Papier gebracht. Mich reizt am Schreiben nicht nur das Ausdenken des Inhalts, sondern auch der Schreibvorgang an sich, das „Zu-Papier-Bringen“. Am liebsten mit einer Tastatur, nicht so gerne mit der Hand.

2. Wie sieht dein perfekter Schreibtag aus?
Wenn ich an einem Projekt in der Phase bin, dass ich Text schreibe, also nicht (was ich sehr ausführlich vorher mache) plane, dann schreibe ich am Vormittag ab 10 Uhr mindestens zehn Manuskriptseiten, was ich normalerweise bis zum Mittag hinkriege. Wenn nicht, dann arbeite ich so lange weiter, bis die 10 Seiten stehen. In dieser Zeit bin ich absolut unansprechbar für die Außenwelt. Der Nachmittag ist für Organisatorisches, für Nachrecherchen und weiteres Planen reserviert. Der Arbeitstag geht so bis gegen 19, 20 Uhr. Ich bin kein Nachtarbeiter und auch kein „Flowarbeiter“, der zu schreiben beginnt und irgendwann plötzlich zu sich kommt und sieht, dass der Tag rum ist.

3. Wie lange arbeitest und schreibst du im Durchschnitt an einem Buch?
Das ist schwer zu sagen. Bei den recherchetechnisch weniger ambitionierten Büchern wie zum Beispiel meinen Lokalkrimis brauche ich ungefähr von der allerersten Planung bis zur Abgabe ein halbes Jahr. Große Projekte wie mein historischer Roman „Feuer im Elysium“ haben viel mehr Zeit benötigt. Da habe ich für die Recherche und die Planung der Handlung schon mehr als ein ein Jahr gebraucht, für das eigentliche Schreiben ein weiteres. Man darf aber nicht vergessen, dass damit die Arbeit noch nicht beendet ist. Es gibt ja noch die Lektoratsdurchgänge nach der Prüfung des Manuskripts durch den Verlag. Die können auch noch mal zeitaufwändig sein. Ich schreibe ja auch Heftromane für die Jerry-Cotton-Reihe mit etwa 120 Normseiten Umfang, für die ich jeweils etwa zwei Wochen veranschlage.

4. Was hält dich am erfolgreichsten vom Schreiben ab?
Meistens das Lesen. Dann das Nachdenken über Bücher, die man schreiben könnte. Ich habe viel, viel mehr Pläne und Exposés in der Schublade als es wirklich umgesetzte Projekte gegeben hat. Manchmal nagt das ein bisschen an mir, denn ich denke, ich hätte doch die Zeit statt für die Planungen auch für das Schreiben von wirklichem Text verwenden können. Und ich bewundere Autorinnen und Autoren, die so einfach drauflosschreiben können. Ich hätte zu viel Angst, steckenzubleiben. Dann wird mir klar, dass auch die unrealisierten Pläne für mich Stationen auf dem Weg zu den wichtigen Projekten sind. Trotzdem muss man aufpassen, dass man sich nicht mit dem Planen vom Schreiben selbst ablenkt. Ich beschäftige mich auch gerne mit der handwerklichen Seite des Schreibens, lese also Bücher über dramaturgische Modelle, über Kreativitätstechniken und so weiter, die ich dann auch gerne ausprobiere. Diese Art der Weiterbildung ist sehr wichtig, kann aber auch selbst wieder zu einer Schreibvermeidungsstrategie werden – und zu einer besonders perfiden dazu. Man glaubt ja, man würde sein Schreiben voranbringen, aber dem ist nicht so. Das Maß aller Dinge ist stets der zu Papier gebrachte Text, der Output, nichts anderes. 

10 Fragen

5. Wie motivierst du dich kurzfristig und langfristig, ein Buch zu Ende zu schreiben?
Das geht nur durch klare Pensumsplanung. Ich teile das Projekt in einzelne Schritte auf und lege realistisch fest, bis wann ich was geschafft haben kann. In der Schreibphase, die recht spät auf dem Plan steht, schreibe ich die täglichen zehn Seiten, und das jeden Tag aufs Neue. Ich belohne mich nicht, wenn ich mal mehr geschrieben habe, und ich bestrafe mich nicht, wenn es dann doch mal nicht klappt und vielleicht nur bei fünf Seiten bleibt. Früher war mein Pensum übrigens geringer. Es lag ganz am Anfang bei drei Seiten, dann habe ich jahrelang mit fünf gearbeitet, nun eben zehn. Es kommt aber gar nicht auf die Menge an, sondern auf die Regelmäßigkeit. Ich schreibe in dieser Phase meinen Text so gut es geht. Das entscheidende Ziel ist durchzukommen. Überarbeitet wird später. Ich lese während der Phase auch nicht noch mal das, was an den Vortagen entstanden ist, es geht nur in eine Richtung, nämlich voran. Für die Prüfung ist in der Planung ja dann auch noch Zeit vorgesehen. In jeder Phase lege ich den Fokus auf das, worauf es gerade am meisten ankommt: Recherche, Figuren, die einzelnen Teile der Handlung, Nachrecherche, detaillierte Szenenplanung, dann das Schreiben des eigentlichen Manuskripts, Überarbeitung etc.

6. Was tust du, um eine Schreibblockade zu lösen?
Ich wende Salamitaktik an. Ich konzentriere mich auf den kleinsten Schritt, der nötig ist, und gehe ihn. Fast immer kann man dann auch den nächsten gehen. Ich analysiere, wo das Problem liegt, grenze es ein und löse es. Fehlt mir eine Information für meine Geschichte? Ich beschaffe sie. Kenne ich einen Schauplatz zu wenig? Ich gehe hin und schaue ihn mir an. Oder, wenn es nicht geht, besorge ich wenigstens Fotos, Videos und Beschreibungen und lerne ihn auf diese Weise kennen. Ist die Motivation einer Figur unklar? Ich frage mich, was ihr wichtigstes Ziel ist und was sie an der Stelle der Handlung, an der ich steckengeblieben bin, machen würde und schreibe dann, wie sie das tut. Habe ich zu wenig Zeit? Ich schreibe nur einen Satz, aber den auf jeden Fall. Weiß ich nicht, wie ich eine Szene beginnen soll? Ich fokussiere mich auf das erste, was in der Szene passieren muss, damit die Geschichte funktioniert, und schreibe es hin. Und so weiter. Wirkliche Schreibblockaden habe ich, ehrlich gesagt, noch nie erlebt. Es steckt meiner Erfahrung nach immer was anderes dahinter: Zeitmangel, Vorbereitungsmangel, Angst … Alles verständlich, aber lösbar.

7. Was empfiehlst du Menschen, die ein Buch schreiben wollen?
Sie sollten sich erst mal klar machen, was das für ein Buch werden soll. Dann sollten sie sich Bücher anschauen, die irgendeine Ähnlichkeit mit dem geplanten haben – also Bücher derselben Genres zum Beispiel. Die sollte man lesen. Wenn es nicht nur um ein Buch gehen soll, sondern man das Schreiben als Lebensweise kultivieren machte, sollte man stets viel für sich selbst schreiben – egal über was, egal wie gut. Oft wird vergessen, dass Schreiben auch eine körperliche Tätigkeit ist, an die man sich gewöhnen muss. In meiner Anfangszeit haben mir dabei die Bücher von Natalie Goldberg (zum Beispiel „Schreiben in Cafés“, der Titel ist ein wenig irreführend) geholfen, die das „Automatische Schreiben“ propagiert und einem so die Angst vor dem weißen Blatt nimmt. Dazu noch ein Ratschlag, der vielleicht seltsam klingt, aber viel bringt: mal einen Monat lang täglich vier Seiten aus Büchern, die einem gefallen, abschreiben – und zwar mit der Hand. Dabei geht es nicht ums Klauen, sondern um „schreibendes Lesen“, das einen großen psychologischen Effekt hat. Man versteht nämlich die Texte und deren Machart viel besser. Das ist übrigens eine Technik aus der Musik: Selbst die größten Komponisten haben Werke der von ihnen bewunderten Kollegen abgeschrieben, und auf diese Weise analysiert – Mozart und Beethoven haben zum Beispiel auf diese Art viel von Johann Sebastian Bach gelernt. Raymond Chandler hat die Übung variiert: Er hat ein Kapitel eines anderen Autors zusammengefasst und auf die wesentlichen Informationen reduziert. Dann hat er diese Zusammenfassung weggelegt, ein paar Tage gewartet, sie wieder rausgeholt und dann – natürlich ohne das Original anzuschauen – selbst geschrieben, als wenn er der Autor wäre. Diesen Text hat er daraufhin so gut es nur ging überarbeitet, ihn also nach seinen Möglichkeiten perfekt gemacht. Dann folgte der Vergleich mit dem ursprünglichen Text. Ich kann das nur empfehlen. Es gehen einem die Augen auf.

8. Was macht für dich ein gutes Buch aus?
Das kann ich so einfach nicht sagen. Jedenfalls ist es nicht die Befolgung irgendwelcher dramaturgischer „Regeln“. Ich erkenne es, wenn ich es lese.

9. Was magst du besonders am Beruf des Autors?
Wenn es finanziell einigermaßen funktioniert, ist es für mich der ideale Beruf. Ich arbeite sehr gerne alleine und freiberuflich, lerne aber trotzdem gerne die verschiedensten Wissensgebiete kennen, tauche gerne in verschiedene Welten ein, organisiere aber meine Pläne und deren Umsetzung gerne selbst. Und das Schreiben an sich ist mir ein so angenehmer Vorgang, dass ich es auch tun würde, wenn es nicht mein Beruf wäre. Was mich auch reizt, ist die Einstellung, dass man als Autor den Leserinnen und Lesern eine wirklich gute Show liefert. Ich stelle mir manchmal vor, mit dem Roman- oder Kapitelbeginn, den ich gerade schreibe, ginge ein Vorhang auf, und ich kann nun bestimmen, was auf der „Bühne“ passiert, ich kann die Aufmerksamkeit der Menschen, die das Buch in der Hand halten, lenken.

10. Was wünscht du dir von der Leserschaft?
Dass sie mir genau das ermöglicht, was ich in der vorigen Frage als Antwort gegeben habe. Und das tut sie zum Glück, wofür ich sehr dankbar bin.

Fußnote: Das Autoren-Foto stammt von Susanne Prothmann.

Die Listen meines Lebens

REZENSION. Rückblickend frage ich mich, warum Guy Brownings Roman so lange in meinem Regal warten musste, endlich von mir gelesen zu werden. Inzwischen bin ich fasziniert, wie der Britische Autor mittels Zehnerlisten ein ganzes Leben kurzweilig und humorvoll nachzeichnet. Das Buch mit den 212 Listen hatte ich als Anschauungsmaterial für meine kreative Schreibwerkstatt gekauft. Allein schon sein Klappentext würde meine Teilnehmenden zur Kreativitätstechnik des Listen-Schreibens motivieren:

1. Jeder führt sie: Listen. 
2. Dies ist ein Roman – ausschließlich erzählt in Listen.
3. Für alle, die ohne Listen nicht überleben können. 
4. Und für alle, die sich fragen, wie das eigene Leben in zehn Stichpunkten aussehen würde. 
5. In etwa so!
6. Vom Schulhof über die erste Liebe, Ehe und drei Kinder bis zum Neubeginn – ein Leben in Listen.
7. Wir erfahren von den kleinen Katastrophen genauso wie von den großen Glücksmomenten.
8. Das ist lustig, oft sehr rührend und manchmal sogar ein bisschen weise.
9. Für die Leser von «Adrian Mole» und Nick Hornby.
10. Und in jedem Fall: Ein Roman für alle Helden des Alltags. 

Als Bettlektüre zog ich privat zunächst doch die gewohnte Prosa vor. Zu Unrecht! Denn Guy Brownings „Die Listen meines Lebens“ sind keineswegs nüchtern und sachlich geschrieben, wie man es von Listen vermuten könnte. Zusammen mit ihren Überschriften strotzen sie vor Humor und Selbstironie. Als Beispiel die Listen-Überschrift „Warum ich bei Konfrontationen so schlecht bin“ und dazu so sympathische Antwortpunkte wie „Ich kann meine eigene Meinung nicht ernst genug nehmen, um sie zu verfechten.“ (Punkt 2) und „Die Welt ist voller Probleme. Meine Hähnchennuggets sind kalt. Na und?“ (Punkt 3). Mit zunehmender Faszination begleitete ich diesen kurzweiligen Ich-Erzähler vorm Einschlafen durch seine Listen: von seiner Schulzeit über Pubertät und Liebschaften zum Berufseinstieg, zu großer Liebe und Liebeskummer, von der Hochzeit über Sorgen um alternde Eltern und den eigenen Nachwuchs bis hin zu Ehekrise, Scheidung und Neubeginn. Über die Listen im ganz eigenen Guy-Browning-Stil wurde der Listen-Erzähler und Anti-Held mir schnell zum Freund. Knapp eine Woche lebte ich mit und fieberte ich mit, dann hatte ich den biografisch anmutenden Roman ausgelesen – leider viel zu schnell. 

Buchcover "Die Listen meines Lebens" von Guy Browning.

Empfehlen würde ich dieses Buch als Pflichtlektüre vor allem Kreativschreibenden mit Humor. Interessant ist seine Machart auch für Menschen, die Ideen suchen, um ihren Lebensweg kreativ nachzuzeichnen. Auch Lesefaule kommen auf ihre Kosten, denn jedes Kapitel besteht aus nur einer Liste mit zehn Unterpunkten – Punkt.

Welcher Jeck bist du?

KARNEVALSKOLUMNE. In Kölle gibt es verschiedene Arten von Karnevalsjecken. Solche, die sich das ganze Jahr über auf den kollektiven Frohsinn freuen. Die auch außerhalb der Karnevalssaison Hits von Brings, den Black Fööss und den Höhnern hören und dabei sogar mitsingen. Die spätestens im Herbst mit den Vorbereitungen für die nächsten Kostüme beginnen. Mit einem einzelnen Outfit für die tollen Tage gibt diese Art sich nicht zufrieden. Da braucht es mehr: etwas Neckisches für Weiberfastnacht, etwas Warmes für Zooch und Straßenkarneval. Ebenso etwas Exotisches für Sitzungen und Partys sowie Dramatisches für die Nubbelverbrennung. Nächtelang kreieren und schneidern diese Jecken Verkleidungen, die es so noch nicht gegeben hat.

Weiberfastnacht 1990
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Lockdown-Glück

Bild von Markus Spiske auf Pixabay
Foto: Pixabay
Tage mit uns
 
 Spazieren im Matsch
 Picknick im Bulli
 Schreiben am Morgen
 mit Zeitung am Tisch.
 Milchkaffee dampft 
 wie Aladins Lampe
 Brot weich vom Regen 
 schmeckt wie dies Gedicht.
 *
 Stunden mit uns
 mit segelnden Kissen
 kreischenden Kindern
 und bellendem Hund.
 Dehnen vorm Bildschirm
 mit Trainer aus Trier
 wie wir uns verrenken
 das hält uns gesund.
 *
 Tage mit dir,
 sind Tage mit uns
 alle so wertvoll
 Stunde um Stund.
 Wir haben uns,
 wir haben den Regen
 das Leben, die Liebe
 das alles sind wir.
 *
 Ich liebe
 die Tage
 mit dir.
 

  © Jo Francis